Der klassische Fehler in Velbert: Man verlässt sich auf Labor-kf-Werte aus einer gestörten Probe und wundert sich, warum die Versickerungsmulde nach dem ersten Starkregen überläuft. Die verwitterten Ton- und Schluffsteine des Oberkarbons, die hier im Untergrund anstehen, reagieren extrem empfindlich auf Gefügeveränderungen. Ein im Labor ermittelter Durchlässigkeitsbeiwert bildet das Trennflächengefüge schlicht nicht ab. Der Felddurchlässigkeitsversuch mit dem Lefranc-Verfahren in der offenen Bohrlochstufe oder als Lugeon-Test im geklüfteten Fels liefert den echten, maßgebenden kf-Wert in situ. Wir führen den Felddurchlässigkeitsversuch seit Jahren im Velberter Raum durch, vom Langenhorster Wald bis hinunter ins Hespertal, und kombinieren die hydraulischen Kennwerte bei Bedarf mit einer Korngrößenanalyse zur Plausibilisierung der Feinanteile.
Ein Lugeon-Wert unter 1 in 5 m Tiefe sagt mehr über die Dichtigkeit eines Velberter Schiefertons als zehn Laborproben.
Lokale Besonderheiten
Ein Bauvorhaben an der Friedrichstraße letztes Frühjahr hat uns die Konsequenzen mangelhafter Durchlässigkeitsermittlung drastisch vor Augen geführt. Der Bodengutachter hatte den kf-Wert nur abgeschätzt, basierend auf der Bodenansprache 'sandiger Schluff'. Tatsächlich standen ab 3,20 m Tiefe stark geklüftete Grauwacken an. Die geplante Rigolenversickerung funktionierte nicht, weil das Wasser unkontrolliert über die Felsklüfte in Richtung Nachbarbebauung abströmte. Nachforderung des Bauordnungsamts: ein Lugeon-Test in drei Tiefenstufen. Das Ergebnis — Lugeon-Werte zwischen 15 und 40 — erzwang eine komplette Umplanung auf gedichtete Rückhaltebecken. Mit zwei Tagen Feldarbeit und einem gezielten Lugeon-Programm hätte man sich sechs Wochen Bauverzug und eine fünfstellige Nachforderung erspart. Im Velberter Untergrund, wo verwitterte Tonsteine und geklüftete Sandsteine oft im Meterwechsel anstehen, ist der Felddurchlässigkeitsversuch keine Zusatzleistung, sondern die einzig belastbare Basis für die Entwässerungsplanung.
Häufige Fragen
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Velbert?
Die Kosten für einen Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc oder Lugeon) in Velbert liegen je nach Aufwand, Tiefe und Anzahl der Teststufen zwischen €530 und €940 pro Versuch. Im Preis enthalten sind die Bohrlochvorbereitung, die Packerabdichtung, die Messung selbst und die Auswertung mit Prüfbericht. Mehrere Tests in einem Bohrloch reduzieren die Kosten pro Einzelversuch.
Wann ist ein Lefranc-Test und wann ein Lugeon-Test notwendig?
Der Lefranc-Test eignet sich für Lockergesteine und stark verwitterte Festgesteine, wo das Bohrloch ohne Verrohrung standfest bleibt. Sobald kompakter, geklüfteter Fels ansteht — typisch für die Grauwacken und Sandsteine im Velberter Raum —, ist der Lugeon-Test mit Doppelpacker das richtige Verfahren. Die Entscheidung fällt nach der Bohrgutansprache vor Ort.
Wie lange dauert ein Felddurchlässigkeitsversuch vor Ort?
Ein einzelner Versuch dauert in der Regel 45 bis 90 Minuten, abhängig von der Sättigungsphase des Bodens. Die Vorbereitung des Bohrlochs und das Setzen der Packer nehmen zusätzliche Zeit in Anspruch. Mit Rüstzeit und Bohrlochreinigung rechnen Sie pro Teststufe mit etwa zwei Stunden. Die Auswertung und der Prüfbericht liegen meist noch am selben Tag digital vor.
Reicht der Labor-kf-Wert nicht aus für die Versickerungsbemessung?
In heterogenen Böden mit Klüften und Schichtfugen — wie sie in Velbert häufig sind — bildet der Laborversuch an einer gestörten Probe das Gefüge nicht ab. Der Felddurchlässigkeitsversuch erfasst das tatsächliche hydraulische Verhalten von Matrix und Trennflächen gemeinsam. Das Baugrundamt und die Entwässerungssatzung der Stadt Velbert fordern für Versickerungsanlagen ab einer bestimmten Größe explizit den in-situ-Nachweis.