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Geotechnische Baugrubenüberwachung in Velbert – Sicherheit von der ersten Schürfstelle an

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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In der Heidestraße in Velbert-Mitte stand letztes Jahr ein Baukran für ein Mehrfamilienhaus, direkt neben einem Altbau aus den 1950ern. Der Untergrund dort ist typisch für das Niederbergische Land: eine Wechsellagerung aus Ton- und Schluffsteinen des Oberkarbons, darüber teils meterhoch aufgefüllter Verwitterungslehm. Bei der geotechnischen Baugrubenüberwachung haben wir in den ersten vier Metern Aushubtiefe stark variierende Konsistenzen angetroffen – von steifplastischem Hanglehm bis zu klüftigem Felszersatz. Entscheidend war, dass die Verbauarbeiten an der Nachbargrenze nur fortgesetzt werden durften, nachdem die Verformungsmessungen am bestehenden Gebäude grünes Licht gaben. Solche Situationen sind in Velbert keine Seltenheit, denn die Hanglagen rund um den Offers-Kompressor oder die Friedrichstraße verlangen eine Überwachung, die weit über das Abhaken einer Checkliste hinausgeht. Wir kombinieren dafür die klassische geodätische Nullmessung mit Inklinometern und lastgesteuerten Ankerprüfungen, um den Verbau nicht nur zu dokumentieren, sondern aktiv zu steuern.

Nur wer den Übergang vom Verwitterungslehm zum klüftigen Karbonfels in Velbert messtechnisch begleitet, kann die Standsicherheit der Baugrube wirklich garantieren.

Methodik und Umfang

Die Baugrundverhältnisse in Velbert werden durch die Übergangszone zwischen Rheinischem Schiefergebirge und den Lössböden der Bergischen Heideterrassen geprägt. In vielen Baugruben entlang der Kuhlendahler Straße oder auf dem Röttgen finden wir unter anthropogenen Auffüllungen zunächst quartäre Fließerden, die bei Wasserzutritt zu kohäsionslosen Breien zerfallen können. Eine Sondierung mit schwerer Rammsonde zeigt in diesen Schichten oft Schlagzahlen unter N10=3, was sofortige Nachbesserungen im Verbaukonzept erfordert. Die Überwachung nach DIN 4123 und Eurocode 7 (EN 1997-1:2004) umfasst bei uns nicht nur die Kontrolle der Aussteifungslasten, sondern auch die tägliche Bewertung des Wasserandrangs aus den Klüften des darunter anstehenden Sandsteins. Gerade nach Starkregenereignissen, die in Velbert mit seinen 85.000 Einwohnern durch die Topografie schnell zu punktuellem Oberflächenabfluss führen, ist die Porenwasserdruckentwicklung hinter der Verbauwand ein kritischer Parameter. Unser akkreditiertes Labor nach DIN EN ISO/IEC 17025 wertet die Messdaten noch am selben Tag aus und gibt sie direkt an die Bauleitung weiter.
Geotechnische Baugrubenüberwachung in Velbert – Sicherheit von der ersten Schürfstelle an
Technisches Referenzbild — Velbert

Lokale Besonderheiten

Velberts Stadtbild ist geprägt von der Industrialisierung durch die Gießerei- und Schlossindustrie, die ab dem 19. Jahrhundert zu einer dichten Bebauung in den Tallagen führte. Heute stehen viele Neubauprojekte auf Flächen, die zuvor gewerblich genutzt wurden und deren Baugrund durch Schlacken, Asche und alte Fundamentreste verändert ist. Das größte Risiko bei der geotechnischen Baugrubenüberwachung ist hier die unbemerkte Umlagerung von Lasten durch lokale Setzungen in diesen inhomogenen Schichten – eine Situation, die wir an der Baustelle an der Langenberger Straße beobachten konnten, wo ein verdeckter Kellerhohlraum erst durch die kontinuierliche Neigungsmessung auffiel. Ohne eine engmaschige Überwachung wären hier Setzungsschäden an der angrenzenden Bebauung vorprogrammiert gewesen. Hinzu kommt der Zwang, bei beengten Platzverhältnissen oft in Teilbaugruben mit rückverankerten Trägerbohlwänden zu arbeiten, was die Verformungsempfindlichkeit des Systems erhöht. Unser Team ist darauf trainiert, Abweichungen vom prognostizierten Verformungsbild sofort zu erkennen und gemeinsam mit dem Tragwerksplaner Gegenmaßnahmen einzuleiten, bevor ein Schaden entsteht.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
ÜberwachungsumfangNach DIN 4123:2013-04, Abschnitt 4.2
Messintervall kritische PhaseTäglich bei Aushubtiefen > 3 m
InklinometerauswertungKontinuierlich mit Datenlogger, Alarmwert bei 20 mm
AnkerprüfungenLaststufen nach DIN EN 1537:2013, mind. 1,1-fache Gebrauchslast
Geodätische ReferenzpunkteMindestens 3 Festpunkte außerhalb des Einflussbereichs
DokumentationTagesberichte mit fotogrammetrischer Erfassung der Ortsbrust

Zugehörige Fachleistungen

01

Messtechnische Verbauüberwachung

Kontinuierliche Erfassung von Kopf- und Wandverformungen an Trägerbohlwänden, Spundwänden und Bohrpfahlwänden mittels Präzisionstachymetrie und Schlauchwaagen. Inklusive Lastmessung an Steifen und Ankerköpfen mit kalibrierten Kraftmessdosen.

02

Gebäude- und Erschütterungsmonitoring

Beweissicherung an der Nachbarbebauung durch Rissmonitore und Schwingungsmessungen nach DIN 4150. Besonders relevant in Velberts engen Wohnquartieren wie Birth oder Losenburg, wo die Bebauung oft direkt an die Baugrubenkante reicht.

Geltende Normen

DIN 4123:2013-04 – Baugruben und Gräben, DIN EN 1997-1:2004 (Eurocode 7) – Geotechnische Bemessung, DIN EN 1537:2013 – Verpressanker, DIN EN ISO 18674 – Geotechnische Messungen, DGGT-Empfehlungen des Arbeitskreises Baugruben

Häufige Fragen

Welche Normen sind für die Baugrubenüberwachung in Velbert verbindlich?

Maßgeblich ist die DIN 4123 in der aktuellen Fassung von 2013, die Anforderungen an die Überwachung von Baugruben und Gräben festlegt. Ergänzend gelten die geotechnischen Regeln des Eurocode 7 (DIN EN 1997-1) sowie für Verpressanker die DIN EN 1537. Unser Labor arbeitet nach DIN EN ISO/IEC 17025 und stellt sicher, dass alle Messgeräte in den vorgeschriebenen Intervallen kalibriert sind.

Wann muss in Velbert eine Baugrube messtechnisch überwacht werden?

Eine Überwachung ist immer dann erforderlich, wenn Nachbarbebauung im Einflussbereich der Baugrube liegt oder wenn die Standsicherheit des Verbaus nicht allein durch rechnerische Nachweise abgesichert werden kann. Bei Aushubtiefen über 3 Meter und schwierigen Baugrundverhältnissen, wie den in Velbert häufigen Fließerden und Karbonverwitterungsböden, ist sie zwingend nach DIN 4123 vorzusehen. Auch bei rückverankerten Konstruktionen und in Hanglagen schreibt die Norm eine regelmäßige Kontrolle der Ankerkräfte und Verformungen vor.

Was kostet eine geotechnische Baugrubenüberwachung in Velbert?

Für ein typisches innerstädtisches Projekt in Velbert mit einer Laufzeit von drei bis sechs Monaten liegen die Kosten für die messtechnische Überwachung je nach Umfang und Anzahl der Messquerschnitte zwischen €690 und €1.990. Der genaue Preis richtet sich nach der Anzahl der zu überwachenden Nachbargebäude, der Aushubtiefe und der erforderlichen Messfrequenz. Wir erstellen dafür ein individuelles Messkonzept, das genau auf Ihre Baugrubensituation zugeschnitten ist.

Wie läuft die Überwachung bei einem Starkregenereignis in Velbert ab?

Velbert liegt in einer Region mit teils heftigen Sommergewittern, die zu plötzlichem Oberflächenabfluss führen. Unser Messkonzept sieht vor, dass nach definierten Niederschlagsgrenzwerten automatisch eine außerplanmäßige Kontrollmessung ausgelöst wird. Wir prüfen dann sofort die Porenwasserdruckgeber hinter der Verbauwand und kontrollieren die Rissmonitore an der Nachbarbebauung. Die Ergebnisse gehen innerhalb von zwei Stunden an die verantwortliche Bauleitung, damit gegebenenfalls die Wasserhaltung nachgeregelt oder der Verbau verstärkt werden kann.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Velbert und seinem Großraum.

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