Die Lösslehmdecken und Verwitterungstone des Niederbergischen Hügellands stellen die Baugrundbeurteilung in Velbert vor besondere Aufgaben. In Hanglagen wie Langenberg oder am Rande des Velberter Sattels treffen wir oft auf residuale Ton- und Schluffböden, deren Konsistenzverhalten je nach Wassergehalt stark variiert. Genau hier setzen die Atterberg-Grenzen an: Fließgrenze und Ausrollgrenze definieren jene kritischen Wassergehalte, bei denen der Boden von einer festen in eine plastische und schließlich flüssige Phase übergeht. Ohne diese Kennwerte ist die Gründungsbeurteilung nach EC7-1 in Velbert schlicht unvollständig. Die Erfahrung zeigt, dass bereits wenige Prozent Wassergehaltsänderung bei den hiesigen Feinsedimenten die Konsistenz von steif zu weich verschieben können. Korngrößenanalysen ergänzen die Plastizitätsdaten und erlauben eine vollständige Klassifikation nach DIN 18196, was besonders bei der Baugrubenplanung im Stadtgebiet entscheidend ist.
Die Plastizitätszahl Ip ist bei Velberter Lösslehmen der empfindlichste Indikator für saisonale Tragfähigkeitsschwankungen.