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Proctor-Versuch in Velbert: Verdichtungskennwerte für tragfähigen Unterbau

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Auf Baustellen in Velbert hört man oft zuerst den Stampfautomaten. Das Gerät, das den Proctor-Versuch durchführt, ist ein elektrisch betriebenes Fallgewicht, das mit 2,5 kg oder 4,5 kg exakt 30 cm auf die im Zylinder eingebaute Probe fällt – Schlag für Schlag, Lage für Lage. Ob Normal- oder Modifiziert-Versuch, das Prinzip bleibt gleich: Die Verdichtungsarbeit wird definiert eingetragen, während der Wassergehalt stufenweise erhöht wird. Gerade in Velbert mit seinen Lösslehmböden und den stark verwitterten Tonschiefern des Rheinischen Schiefergebirges, die bei falschem Einbau rasch setzungsempfindlich werden, liefert dieser Versuch die entscheidende Proctorkurve. Für den Straßenbau an der Langenberger Straße oder die Fundamentplatte eines Einfamilienhauses in Neviges braucht man verlässliche Kennwerte – die Trockendichte und den optimalen Wassergehalt. Ohne diese Basis kann selbst guter Schotter unter Verkehrslasten versagen. Deshalb kombinieren wir den Proctor-Versuch oft mit der Korngrößenanalyse, um die Bodenklassifikation nach DIN 18196 zu bestätigen, oder mit dem Sandkegel-Dichtemessgerät für die spätere Feldkontrolle der erreichten Lagerungsdichte direkt auf der Velberter Baustelle.

Die Proctordichte ist kein Laborwert zur Ablage, sondern die direkte Vorgabe für jeden Walzgang auf der Baustelle – in Velbert oft der Unterschied zwischen rissfreiem Belag und vorzeitiger Sanierung.

Methodik und Umfang

Die DIN 18127:2012 regelt den Proctor-Versuch in Deutschland mit zwei Verfahren: 100 cm³-Zylinder für feinkörnige Böden und 250 cm³-Zylinder für grobkörnige Materialien bis zu einem Größtkorn von 31,5 mm. In Velbert ist die Wahl des Verfahrens relevant, weil die Verwitterungsdecken über dem Tonschiefer oft steinig-lehmige Mischböden liefern, die im Grenzbereich zwischen bindigem und grobkörnigem Verhalten liegen. Der modifizierte Proctor-Versuch mit 4,5 kg Fallgewicht und 45 cm Fallhöhe kommt immer dann zum Tragen, wenn hohe Verdichtungsanforderungen gestellt werden – etwa bei Autobahnzubringern wie der A535 oder bei Gründungspolstern unter hochbelasteten Industrieböden. Die Proctorkurve zeigt uns das Dichtemaximum: In Velberter Lösslehmen liegt die optimale Trockendichte typischerweise zwischen 1,78 und 1,92 g/cm³ bei Wassergehalten um 14-18 %. Abweichungen von nur 2 % vom Optimum können die Tragfähigkeit um über 20 % reduzieren. Für bindige Böden mit ausgeprägter Plastizität ergänzen wir den Proctor-Versuch durch die Atterberg-Grenzen, um das Verarbeitungsfenster zwischen Ausroll- und Fließgrenze sicher zu definieren.
Proctor-Versuch in Velbert: Verdichtungskennwerte für tragfähigen Unterbau
Technisches Referenzbild — Velbert

Lokale Besonderheiten

Ein sechsgeschossiges Wohngebäude an der Friedrichstraße in Velbert-Mitte zeigte letztes Jahr Risse im Estrich, bevor der Innenausbau abgeschlossen war. Die Ursache: Der eingebaute Füllboden unter der Bodenplatte war mit einem Wassergehalt verdichtet worden, der vier Prozentpunkte über dem Proctor-Optimum lag. Auf dem schwach durchlässigen Hanglehm staute sich Porenwasser, die Tragfähigkeit sackte lokal ab, die Setzungen wurden ungleichmäßig. Solche Fälle vermeidet man nur durch eine saubere Proctorkurve und deren konsequente Umsetzung im Feld. Fehlt der Versuch, wird oft 'nach Gefühl' Wasser zugegeben und die Verdichtungsleistung bleibt im Blindflug. Auch die Annahme, ein modifizierter Proctor sei automatisch besser, führt in Velbert auf tonigen Böden in die Irre – zu hohe Verdichtungsenergie kann das Bodengefüge zerstören und die Wasserempfindlichkeit erhöhen. Ein weiteres Risiko entsteht, wenn die Proctorkurve mit Material einer einzigen Schürfstelle ermittelt wird, die Baugrube aber horizontweise stark wechselnde Verwitterungsgrade zeigt.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Verfahren nach DIN 18127Normal (2,5 kg) und Modifiziert (4,5 kg)
Zylindervolumen100 cm³ (Feinkorn) / 250 cm³ (Grobkorn)
Schlagzahl pro Lage25 (Normal) / 25 (Modifiziert)
Anzahl Lagen3 Lagen
Fallhöhe30 cm (Normal) / 45 cm (Modifiziert)
Optimaler Wassergehalt (typ. Velbert)12-18 % je nach Bodenart
Max. Trockendichte (typ. Velbert)1,78-2,10 g/cm³

Zugehörige Fachleistungen

01

Proctor-Versuch (Normal) nach DIN 18127

Standard-Referenzverdichtung mit 2,5 kg Fallgewicht. Für Erdbaumaßnahmen, Verfüllungen und den klassischen Straßenunterbau in Velbert. Inklusive stufenweiser Wassergehaltsbestimmung und grafischer Auswertung der Verdichtungskurve.

02

Modifizierter Proctor-Versuch

Erhöhte Verdichtungsarbeit mit 4,5 kg Fallgewicht für hochbelastete Tragschichten, Industriefußböden und Verkehrsflächen mit schweren Lasten. Erforderlich gemäß ZTV E-StB 17 für Bauweisen mit erhöhter Steifigkeitsanforderung.

Geltende Normen

DIN 18127:2012 - Baugrund, Untersuchung von Bodenproben - Proctorversuch, DIN 18196 - Erd- und Grundbau - Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, ZTV E-StB 17 - Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, DIN EN 13286-2 - Ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische - Prüfverfahren zur Bestimmung der Trockendichte

Häufige Fragen

Was kostet ein Proctor-Versuch in Velbert?

Für einen einfachen Proctor-Versuch nach DIN 18127 in Velbert liegen die Kosten je nach Material und Bearbeitungsaufwand zwischen €100 und €180. Bei stark steinigen Proben, die eine Absiebung oder Parallelbestimmungen erfordern, kann der Aufwand höher sein.

Wann brauche ich den modifizierten statt des normalen Proctor-Versuchs?

Der modifizierte Proctor kommt zum Einsatz, wenn das Regelwerk hohe Verdichtungsgrade fordert – etwa ab 100 % Proctordichte bei Tragschichten unter starren Fahrbahndecken oder bei dynamisch belasteten Industrieböden. In Velbert ist er oft bei Gewerbebauten im Industriegebiet Röbbeck vorgeschrieben.

Wie viele Proben brauche ich für eine Baugrube in Velbert?

Mindestens eine repräsentative Mischprobe je Bodenschicht. Da in Velbert die Verwitterungsdecken oft auf wenigen Metern wechseln, empfehlen wir bei größeren Baugruben eine horizontweise Beprobung, also meist zwei bis drei Proctor-Versuche für ein typisches Einfamilienhausgrundstück.

Kann der Proctor-Versuch auch mit Recycling-Material durchgeführt werden?

Ja, die DIN 18127 ist auch für künstlich aufbereitete Gesteinskörnungen und Recycling-Baustoffe anwendbar. Wichtig ist, dass das Größtkorn 31,5 mm nicht überschreitet. Bei gröberem Material erfolgt eine Absiebung und rechnerische Korrektur des Grobkornanteils.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Velbert und seinem Großraum.

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